Handwerkersuche
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Europarechtskonforme Mindestberufsqualifikation für Ausübung zulassungsfreier Bauhandwerke jetzt einführen!

Worum geht es?

Kaum Nachwuchs, sinkende Qualität und eine Häufung von Schäden – die Bilanz nach 10 Jahren fehlender Meisterpflicht im Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-, Estrichleger- und Betonsteinhandwerk ist verheerend. Die Abschaffung der Zulassungspflicht für die Gewerbeausübung in den betroffenen Bauhandwerken im Jahr 2004 war eine schwere politische Fehlentscheidung zulasten des Handwerks und der Verbraucher. Dies stellten der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Anfang November 2013 in einer gemeinsamen Verlautbarung nach bald zehn Jahren Erfahrung mit der Novelle der Handwerksordnung (HwO) fest.

So ist, wie eine Studie im Auftrag des ZDB aus dem vergangenen Jahr zeigt, im Fliesenlegerhandwerk die Qualität drastisch gesunken. Die Ausbildungsleistung ist in den von der Abschaffung der Meisterpflicht betroffenen Handwerken eingebrochen. In Bayern sank etwa die Zahl der Lehrlinge im Estrichlegerhandwerk von 61 im Jahr 2005 auf 33 in 2012 und im Fliesenlegerhandwerk von 518 (2005) auf 457 (2012), obwohl sich die konjunkturelle Situation in diesem Zeitraum deutlich verbesserte und der Fachkräftebedarf stark angestiegen ist.

Nicht nur die Ausbildungsleistung, auch die Zahl der Meisterprüfungen ging stark zurück. Vor der Abschaffung der Meisterpflicht im Jahr 2004 lag die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen im Fliesenlegerhandwerk in Deutschland konstant bei etwa 550 pro Jahr, mittlerweile sind es weniger als 100 Meisterprüfungen, mithin ein Rückgang um 80 %. Im Estrichleger- und Betonsteinhandwerk ist die Entwicklung ähnlich. Langfristig werden durch diese Entwicklung qualifizierte Mitarbeiter und Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.

Gleichzeitig hat sich die Zahl der Fliesenlegerbetriebe seit In-Kraft-Treten der HwO-Novelle mehr als verfünffacht. Waren im Jahr 2004 in Deutschland etwa 12.000 Fliesenlegerbetriebe in die Handwerksrollen eingetragen, waren es am 31. Dezember 2012 über 68.000; darunter 18.500 Betriebe, deren Inhaber aus den mittel- und osteuropäischen Staaten kommen. Die Mehrzahl der neu eingetragenen Handwerker sind sog. 1-Mann-Unternehmen.

Der Markt wird beherrscht von einem gnadenlosen Unterbietungswettlauf. Selbst florierende Fachunternehmen sahen sich gezwungen, langjährige Mitarbeiter zu entlassen. Diesen blieb nur der Weg sich – meist als Ein-Mann-Unternehmen – selbstständig zu machen, nicht selten als Scheinselbstständige. Als solche haben sie keinen Anspruch auf den Tariflohn und auf Altersrente. Die Konkurrenz mit wenig oder gar nicht qualifizierten Anbietern drückte ihr Einkommen stetig weiter nach unten. Kaum einer der mittlerweile zu Einzelunternehmern geschrumpften Betriebe bildet noch aus. Die Qualität der Arbeit ist in Verruf geraten ist. Kunden müssen mit gravierenden Mängeln rechnen, die Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro nach sich ziehen.

Gleichzeitig greift die Europäische Kommission in immer kürzeren Abständen den deutschen Meisterbrief an. Im Oktober 2013 kündigte sie an, den Zugang zu reglementierten Berufen anhand der Kriterien „Nichtdiskriminierung, Berechtigung und Verhältnismäßigkeit“ auf den Prüfstand zu stellen.

Was wollen wir erreichen?

Der Wegfall der Meisterpflicht (Zulassungspflicht) hat in eine Sackgasse geführt. Ohne geregelte Marktbedingungen gibt es keinen fairen Wettbewerb im Handwerk. Ohne fairen Wettbewerb haben meistergeführte Fachbetriebe keine Chance. Ohne Handwerksmeister wird nicht ausgebildet. Ohne Fachhandwerker gibt es keine gute Qualität am Bau.

Damit die traditionsreichen Handwerksberufe des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers, des Estrichlegers und des Betonstein- und Terrazzoherstellers weiter bestehen können, fordert das Bayerische Baugewerbe die sofortige Einführung einer europarechtskonformen Mindestberufsqualifikation für die Ausübung dieser Bauhandwerke.

Wir fordern ferner von der Bundesregierung und der Bayerischen Staatsregierung die entschiedene Verteidigung des deutschen Meisterbriefs und der Zulassungspflicht für die Bau- und Ausbauvollhandwerke.

 

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